Schloss "Glücksburg"
als Residenz, Behördensitz und Museum

Hinterschloss und Kuechenbau Das Schloss, ein umfangreicher, trutzig massiver, vorwiegend spätgotischer Bau, gruppiert sich um zwei Innenhöfe. Es ist in den vergangenen 500 Jahren wiederholt verfallen, durch Brand zerstört, wiederhergestellt und mehrfach umgebaut worden.

Graf Friedrich II. von Henneberg-Römhild (1465-1488) hatte den Bau des Schlosses 1465 begonnen und seine Residenz von der Burg auf dem Hartenberg in die Stadt verlegt. Über dem Portal des Hinterschlossturmes, der 1990/91 baulich gesichert und restauriert wurde, ist am Hennebergischen Wappen die Jahreszahl 1491 vermerkt. Es ist anzunehmen, dass in diesem Jahr der Schlossbau durch Friedrichs Sohn und Nachfolger Graf Hermann VIII. (1488-1535) abgeschlossen wurde.

Residenz war das Schloss, dass übrigens vormals von einem Wassergraben umgeben war, zunächst für die Henneberger Grafen der Römhilder Linie bis zum Ableben des kinderlos gebliebenen Grafen Berthold XVI im Jahre 1549.

Dieser hatte sich arg verschuldet, nicht zuletzt durch den Brand seines Schlosses 1539. Am Wiederaufbau des Schlosses 1540-1546 unter Baumeister Dauth aus Bamberg zeigte sich deutlich, dass die Mittel nicht ausreichten. Daran änderte auch die Übernahme des Amtes Römhild und des Schlosses durch die Mansfelder Grafen nur wenig.
Blick auf das Hinterschloss und rechts auf den "Küchenbau"


Erst nach 1572, unter der Regierung des Herzogs Johann Casimir von Sachsen-Coburg erfuhr der Schlossbau, vor allem im Mittelschloss, umfangreiche Restaurierungen, die sich bis 1603 erstreckten. Er ließ auch die Tordurchfahrt mit Zugbrücke zum Zwinger hin anlegen.

Der ständige Wechsel in der Zuständigkeit sächsischer Regenten in den Folgejahren blieb ohne sonderliche Wirkung für das Schloß und seinen Ausbau.

1676 übernahm Heinrich das neubegründete Herzogtum Sachsen-Römhild. "Glücksburg" nannte er fortan das alte Schloss, in das er seine Residenz und den Sitz der Behörden legte.

Es begann nun eine scheinbare Blütezeit für die Stadt und das Amt .

Herzog Heinrich liess sofort das Schloss für seine Zwecke umbauen und im Zeitgeschmack einrichten und ausschmücken. So wurde von 1676-1678 das Hinter- und Mittelschloss restauriert und die Wohn- und Schlafgemächer umgebaut. Durch den Ausbau der beiden Flügel im hinteren Schlosshof wurden die Hauptgebäude organisch miteinander verbunden.

Doch auch Herzog Heinrich, der nach dem Vorbild der väterlichen Residenz "Friedenstein" zu Gotha durch Baumeister Richter Veränderungen planen liess, musste sich den finanziellen Zwängen unterwerfen. Unter Heinrich wurde der Vorderschlossbereich erweitert, der Marstall und Remisenbau aufgestockt und das Gesindehaus mit Wache aufgebaut. Die 1682 eingeweihte Schlosskirche, das Kunstgemach 1692, das Reithaus 1694, das Grottenhaus 1695 und das Merzelbachschloss 1697 mit seinen ständigen Erweiterungen, das Schiesshaus 1702, aber auch der Aufbau der Gottesackerkirche von 1709-1712, drücken die Baulust des Herzogs aus.

Die Herrlichkeit dauerte aber nur kurze Zeit. 1710 verstarb Herzog Heinrich kinderlos, aber mit Hinterlassung einer beträchtlichen Schuldenlast. Sein Nachlass wurde versteigert.

In der Folge diente das Schloss als Witwensitz. Zunächst der Witwe des Herzog Heinrich, der Herzogin Maria-Elisabetha bis zu ihrem Tode im Jahre 1715.

Von 1724-1748 nahm die Witwe des Meininger Herzogs Ernst Ludwig, Elisabetth Sophie von Brandenburg ihren Sitz im Schloss und liess für die erneute Hofhaltung im Hinterschloss den heutigen Festsaal und weitere Zimmer in zwei Etagen mit aufwändigen Stuckdecken ausstatten. Sie ermöglichte auch den Fortbestand und Nutzung der Schlosskirche.

Bescheidener war dagegen das höfische Leben mit dem Einzug der Witwe des Herzog Franz Josias von Coburg-Saalfeld, der Herzogin Sophia von Schwarzburg-Rudolstadt bis zu ihrem Ableben 1780.

Festsaal (Foto um 1930) Mehrere Jahrzehnte blieb dann das Schloss weitestgehend unbewohnt und wurde dem Verfall ausgesetzt.

Erst mit dem Anschluss des Amtes und der Stadt Römhild an das Herzogtum Sachsen-Meiningen-Hildburghausen im Jahre 1826 nahmen sich die Landesherren, Herzog Bernhard Erich Freund und in der Folge Herzog Georg II. des Schlosses "Glücksburg" an und liessen es durch die Bauräte Döbner und Hoppe in Teilen restaurieren.
1843 wurde die Schlosskirche zu Wohnungen und Gefängnis ausgebaut und 1860 lassen sie den grossen Festsaal im Mittelschloss zur Nutzung durch die Bürgerschaft und den Liederkranz umgestalten.
Der Festsaal mit seinen aufwändigen geschnitzten Paneelen
und Türverkleidungen (Foto um 1930)


1872 wurden die letzten herzoglichen Möbel und Ausstattungsstücke in die Meininger Residenz überführt. Im Schloss waren jetzt das herzogliche Amtsgericht, das Steuer- und Forstamt, die Zentralsparkasse, Grundbuch- und Katasteramt, aber auch zeitweilig ein Lazarett untergebracht.

Im Jahr 1883 verfügte Herzog Georg II., dass das Hinterschloss und der ausgebaute Seitenflügel der ehemaligen Schlosskirche dem Deutschen Kriegerbund zur Nutzung übergeben wird. Am 17.08.1884 wurde das Kriegerwaisenheim in Anwesenheit des Herzogs feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Somit wurde Schloss "Glücksburg" als das erste der insgesamt fünf Kriegerwaisenheime eingeweiht. Nach Römhild folgten die Heime in Canth (Schlesien), Osnabrück und Wittich (Rheinland), Annaburg (bei Torgau), sowie Samter (in Polen).

Bis 1948 konnte der Deutsche Kriegerbund und später der Kyffhäuserbund jährlich 100 bis 120 Waisen und Halbwaisen, sowie Mädchen und Jungen aus kinderreichen aber notleidenden Familien im Römhilder Schloss ein Zuhause geben, sie schulisch ausbilden und auf einen Beruf vorbereiten.

Ein bleibendes Denkmal setzten sich die "Glücksburger" der Durchgänge 1902 bis 1909 mit der Gestaltung des Festsaales.


Noch heute bestaunt der Besucher die unter Heimleiter Aereboe entworfenen und im - durch die Römhilder Schnitzer Max Habermann und Kurt Kirchner beigebrachten - Kerbschnitt ausgeführten Wand- und Türverkleidungen, ebenso wie den 1998 durch den ehemaligen Zögling Hermann Jänicke geschnitzten und gestifteten Rahmen der Gedenktafel für die im I. Weltkrieg gefallenen "Glücksburger".

Nach der Wende und drei organisierten Treffen der ehemaligen "Glücksburger" durch die Museumsmitarbeiter wurden diese zum Ansprechpartner für immerhin noch 150 Heiminsassen.

In der Folgezeit änderten sich die Nutzer des Schlosses. So war unter anderem bis 1961 der Jugendwerkhof "Rudolf Harbig" hier untergebracht, und danach wurden bis 1972 Teile des Schlosses als Kasernenobjekt der damaligen Grenztruppen der DDR genutzt.

In Kürze wird die 1973 eingezogene Stadtverwaltung, d.h. der Bürgermeister, vom Schloss wieder zurück ins sanierte Rathaus ziehen. Die Stadtbibliothek, welche seit 1985 im Schloss war, ist bereits ins Rathaus umgezogen.

Seit der Wende befindet sich die Verwaltungsgemeinschaft "Gleichberge" im Seitenflügel über dem "Küchenbau".


Fast das gesamte Hinterschloss und Teile der ehemaligen Schlosskirche sind dem Museum der Stadt vorbehalten. Aus der schon 1968 durch Dr. Walter Hönn begründeten und durch Alfred Seidel bis 1981 geleiteten Heimatstube hat sich, nach dem Umzug vom Unteren Stadtturm und der alten Kegelbahn in die Räume des Hinterschlosses, die heutige Entwicklung zum anerkannten Museum vollziehen können.

Die politische Wende schuf neue Möglichkeiten zur Restaurierung und Überarbeitung der Ausstellungsräume, der Gewährleistung von Ausstellungstechnik und der Sicherheit für die Exponate und ihrer Präsentation.

Daneben bewirkte das Arrangement der Diplommuseologin Kerstin Schneider sowie des 1988 als Leiter des Museums eingeführten Hans-Joachim Gelszinnis und deren Bemühen um die Bewahrung der Traditionen der Stadt und ihres Umfeldes diese Niveauerhöhung.

Das Museum versucht mit ständigen Ausstellungen die Stadtgeschichte vorzustellen.

Im Hochparterre des Hinterschlosses wird sich der über 300jährigen Tradition des Töpferhandwerks am Beispiel des Töpferhofes Gramann gewidmet. Als technische Basis und Austragungsort der internationalen Keramiksymposien fungierte er im dreijährigen Turnus von 1975-1993.
In einer eindrucksvollen Schau präsentieren im 1987/88 eingerichteten Keramikgarten und in den Ausstellungsräumen des Museums 160 Künstler aus 29 Ländern ihre Unikate.
An die 600 Exponate belegen die Kreativität und die Handschrift der Keramiker im Umgang mit dem Material Ton.

Keramikgarten
Der Keramikgarten,
Teil der ständigen Ausstellung "KERAMIK INTERNATIONAL"



In der nächsten Etage zieht der Festsaal mit seinen Kerbschnitzereien und der restaurierten Stuckdecke den Besucher in seinen Bann. Die Geschichte des Schlosses, der Stadt und herausragender Persönlichkeiten Römhilds und ihr Wirken schliessen sich an.

Besonders angenommen werden die vor 70 Jahren in Römhild gefertigten Künstler- und Charakterpuppen der griechischen Adligen Erato Mavrogordato, ebenso wie die Puppenstuben und historischen Puppen aus "Urgrossmutterszeiten".

Seit Mai 2007 zieht die Dauerausstellung "Die Antikensammlung Pierre Mavrogordato" nicht nur das Fachpublikum in seinen Bann. Was der griechische Altertumsforscher, Sammler und Kunstsachverständige Peter Mavrogordato, der von 1936 hier bis zu seinem Tod 1948 in Römhild lebte, zusammengetragen hat, ist sehenswert und faszinierend. Deshalb wird ihm und seiner Sammlung neben der Ausstellung in Schloss auch eine eigene Internet-Seite gewidmet.
Plakat zur Ausstellungseröffnung
Plakatausschnitt zur Eröffnung der
Mavrogordato-Ausstellung im Mai 2007

Die 1980 der Stadt gestiftete Sammlung des Landarztes
Dr. Walter Hönn zeigt mit ihren Exponaten anschaulich die früheren Arbeits- und Lebensbedingungen, Sitten und Gebräuche in der Umwandlung der Residenzstadt Römhild zum "Ackerbürgerstädtchen".
Der Bauernstand, die Flachsverarbeitung und die ansässigen Handwerksberufe, ihre Werkzeuge und Produkte reihen sich übersichtlich nebeneinander und sind neben Stadt- und Schlossgeschichte Inhalt der angebotenen Themen in der Museumspädagogik.

Blick in die "HÖNN'SCHE SAMMLUNG"
zum bäuerlichen Handwerk


Desweiteren gehören zum jährlichen Angebot des Museums Konzerte, Galerien und die gut besuchten Sonderausstellungen.
15 Themen der Museumspädagogik zur Arbeit mit den Kindern und Schülern stehen zur Auswahl.


Anschrift:
Museum Schloss "Glücksburg"
Griebelstrasse 28
98631 Römhild

Telefon: 03 69 48/8 01 40

Leiterin: Kerstin Schneider


Öffnungszeiten (1.3. bis 30.9.):

Dienstag bis Freitag: 13.00 - 16.00 Uhr
Samstag: 13.00 - 17.00 Uhr
Sonntag: 10.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr

Montag: Ruhetag

letzter Einlass eine halbe Stunde vor Schließung


Öffnungszeiten (1.10. bis 30.11.):

Dienstag bis Sonntag: 13.00 - 16.00 Uhr
Von Dezember bis Februar bleibt das Museum geschlossen.


Eintrittspreise:

Erwachsene: 3,00 €
ermässigt:
Kinder, Studenten, Arbeitslose
2,00 €
Einzelführung: 5,00 €
Gruppenführung: 10,00 €


Ständige Ausstellungen:

Keramik International
Hönn'sche Sammlung zum bäuerlichen Handwerk und zur Lebensweise der Region
Spielzeug aus Urgroßmutters Zeiten
Künstler- und Charakterpuppen von Erato Mavrogordato


Veranstaltungen & Ausstellungseröffnungen 2008:

08.03.2008
15.44 Uhr
Frühlingskonzert
mit Kaffee und Kuchen
19.04.2008
20.00 Uhr
Konzert der Lieder-Tour
17.05.2008
19.14 Uhr
"Ich küsse Ihre Hand Madame"
Konzert mit dem Tenor Stan Meus
18.05.2008 Internationaler Museumstag
Ausstellungseröffnung
22.06.2008
14.44 Uhr
Sommerkonzert mit Kaffee und Kuchen
29.06. - 27.07.2008 VIII. Internationales Keramiksymposium
14.09.2008 Tag des offenen Denkmals
Neue Stücke in der Antikensammlung Pierre Mavrogordato
12.10.2008
14.44 Uhr
Erntedankkonzert
mit Kaffee und Kuchen
30.10.2008
18.00 Uhr
Halloween-Veranstaltung
06.12.2008
17.00 Uhr
Weihnachtsgala


Angebotene Kataloge / Literatur / Medaillen:

1200 Jahre Römhild, Chronik, Autorenkollektiv 15,30 €
Dr. Christoph Hartung 1778-1853, Katalog 5,00 €
Aus der Geschichte Römhilds, Carl Kade 2,00 €
Mei Römeld, Carl Kade 2,00 €
Die Münzen Herzog Heinrichs, Carl Kade 2,00 €
7. Internationales Keramiksymposium, Katalog 7,50 €
Medaille 1200 Jahre Römhild, Silber 14,80 €
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